Ein Versuch einer Antwort – Trying an answer

Ein Versuch einer Antwort – Trying an answer

(The English version is below.)

Das Folgende entstand als Antwort auf einen Kommentar zu meinem letzten Blog-Artikel:

Ja, ich kenne dieses Brennen und Ziehen nur zu gut, empfinde es immer mal wieder, wenn meine doch so ernst gemeinten Bemühungen einen gemeinsamen Raum zu schaffen wieder einmal zum Scheitern verurteilt waren. Oder wenn ich sehe, wie Projekte, die mit so viel guten Ideen, Hoffnungen, Wünschen und Visionen und vor allem guten Absichten gestartet sind, zugrunde gehen oder bei weitem nicht das Potenzial entfalten, das in ihnen gesteckt hat… Oder wenn mein Partner mir wieder einmal sagt, dass er Abstand von mir braucht…

Gelb angestrichene Gruppen: Aus meiner Sicht gibt es keine gelben Gruppen, genauso wenig wie es grüne Gruppen oder orangene oder blaue gibt, und noch viel weniger als es gelbe Individuen gibt. Zum einen ist die gesamte integrale Landkarte eine grobe Verallgemeinerung, ein Blick von 10.000 Metern Höhe. Von daher taugt sie kaum, um Entwicklung bei einem einzelnen Menschen in kurzen Zeitabschnitten zu beschreiben. Was ich immer wieder erlebe: Development is a rather messy affair… Wenn wir wirklich so etwas bestimmen können wie einen Bewusstseinsschwerpunkt – und ich muss ehrlich sagen, dass ich daran zweifle – so heißt ein gelber Bewusstseinsschwerpunkt lediglich, dass wir alle Strukturen bis zu gelb in uns finden. Und es wird immer wieder Situationen geben, in denen diese Strukturen aktiviert werden, das ist völlig normal. Der Unterschied zu jemandem, der seinen Schwerpunkt auf der blauen Ebene hat, ist nur, dass wir immer mal wieder (meist nach dem Erleben) einen Schritt zurücktreten können und wahrnehmen können, was da passiert ist. Wir sind nicht mehr identifiziert damit, können uns selbst beobachten (und zum Objekt machen).

Und so wie ich das sehe: Wenn wir es nicht schaffen, all diese Aspekte in uns selbst und in anderen (als unsere Spiegelbilder) schätzen und lieben zu lernen, werden wir dort stecken bleiben, in einem endlosen Spiegelkabinett. Oder wie Krishnamurti sagte: „Beziehung ist der Spiegel, in dem wir uns selbst so sehen, wie wir sind.“ Und manchmal möchten wir da lieber den Spiegel zerdeppern… Und Gruppen mit oder ohne gelben Anstrich, real oder virtuell, bieten uns da ein wunderbares Übungsfeld… Und die Beschäftigung mit der integralen Landkarte scheint da besonders anfällig zu machen für so manche Selbstüberschätzung…

Was das Finden des eigenen Platzes angeht, so ist es aus meiner Sicht in der Tat umso schwieriger, je mehr wir Neuland betreten. Wenn „Wege entstehen, in dem man sie geht“, wie Kafka gesagt hat, so sind es zunächst eben nur Trampelpfade, und es gehen nicht ganz viele mit uns. Und wenn uns ab und an mal ein einsamer Wanderer begegnet, der seinem eigenen Weg folgt, so haben wir oft nicht einmal eine gemeinsame Sprache, in der wir uns verständigen könnten. Da ringen wir dann um Worte, stottern und stammeln, und hoffen auf ein wenig Geduld und Verständnis, während wir darauf warten, dass die Worte wachsen… So wie bei Momo, nach dem gleichnamigen Roman von Michael Ende, die ein ganzes Jahr bei Meister Hora bleiben musste, damit die Worte wachsen konnten, mit denen sie ihren Freunden davon erzählen konnte.

Die deutsche Übersetzung des Thinking at the Edge Prozesses von Eugene Gendlin heißt so treffend „Wo Worte noch fehlen“. Da haben wir nur unseren Felt Sense, dass da noch etwas ist, und wir können schauen, ob unsere Worte diesen Felt Sense vorwärts tragen oder nicht…

Ja, und es ist einsam auf diesen Wegen. Und solange wir es nicht gelernt haben, einander so zu begegnen, wie Rilke sagt, wie „zwei Einsamkeiten, die einander schützen, grenzen und grüßen“, so ist es oft viel einfacher sich in vordergründigen Gemeinsamkeiten zu verlieren, und sei es in einer gemeinsamen Landkarte… Und wenn wir dann enttäuscht feststellen, dass das Studium der Landkarte uns nicht zu besseren Menschen gemacht hat, dann können wir uns abwenden und weiter suchen, oder wir erkennen, dass die einzige für uns relevante Aussage der Landkarte doch die ist, dass wir uns in neues Gelände wagen müssen, Gelände, das eben noch nicht von den Kartographen des Bewusstseins ausgemessen wurde, für das eben die „Worte noch fehlen“…

Und ja, es gibt diese Momente der gemeinsamen Ausrichtung, die Momente, wenn unsere Herzen sich berühren und zu etwas Größerem zusammenfinden. Und wenn wir das erleben, so ist uns die Landkarte doch ganz egal… Und wenn wir es wieder verlieren, so versuchen wir auf der Landkarte die Gründe dafür zu finden. Doch die liegen nicht auf der Landkarte… Das, was wir da erleben, ist für uns und für die Menschheit noch so neu, dass wir die Pioniere sind, die die Wege zu diesem Bewusstsein erst bahnen müssen. Und das braucht all unsere Achtsamkeit, und unser Mitgefühl mit uns selbst und denen, die da in demselben Gelände auf ihrem ganz eigenen Weg unterwegs sind.

Hier noch einmal Rilke, den ich in einer solchen Stimmung immer wieder gerne lese:

„Wir wissen wenig, aber daß wir uns zu Schwerem halten müssen, ist eine Sicherheit, die uns nicht verlassen wird; es ist gut, einsam zu sein, denn Einsamkeit ist schwer; daß etwas schwer ist, muß uns ein Grund mehr sein, es zu tun.

Auch zu lieben ist gut: denn Liebe ist schwer. Liebhaben von Mensch zu Mensch: das ist vielleicht das Schwerste, was uns aufgegeben ist, das Äußerste, die letzte Probe und Prüfung, die Arbeit, für die alle andere Arbeit nur Vorbereitung ist.

Darum können junge Menschen, die Anfänger in allem sind, die Liebe noch nicht: sie müssen sie lernen. Mit dem ganzen Wesen, mit allen Kräften, versammelt um ihr einsames, banges, aufwärts schlagendes Herz, müssen sie lieben lernen.

Lernzeit aber ist immer eine lange, abgeschlossene Zeit, und so ist Lieben für lange hinaus und weit ins Leben hinein -: Einsamkeit, gesteigertes und vertieftes Alleinsein für den, der liebt. Lieben ist zunächst nichts, was aufgehen, hingeben und sich mit einem Zweiten vereinen heißt (denn was wäre eine Vereinigung von Ungeklärtem und Unfertigem, noch Ungeordnetem -?), es ist ein erhabener Anlaß für den einzelnen, zu reifen, in sich etwas zu werden, Welt zu werden, Welt zu werden für sich um eines anderen willen, es ist ein großer, unbescheidener Anspruch an ihn, etwas, was ihn auserwählt und zu Weitem beruft.“

Und wenn unsere Projekte Ausdruck dieser Liebe werden sollen, so müssen wir wohl durch diese Schule hindurchgehen. Nach dem Abschluss meiner Projektmanagement-Ausbildung bin ich gerade dabei eine Form der Integralen Projektentwicklung zu konzipieren. Und dabei beschäftigt mich insbesondere, wie wir die Innenseite – sowohl individuell wie auch kollektiv – integrieren können, um aus der Ausrichtung auf etwas Höheres als unsere Ego-Wünsche miteinander wachsen und kreieren zu können. Näheres dazu bald…

Und so schließe ich für jetzt mit Rumi:

„In diesem Spiegelkabinett
siehst du eine Menge Dinge.
Reibe dir die Augen!
Nur du allein bist da.“


The following emerged as an answer to a comment for my latest blog post:

Yes, I know this burning and pulling feeling a lot, experience it again and again when my serious endeavors to create a mutual space with others were doomed to failure again. Or when I see that projects that started with so many good ideas, hopes, wishes, visions and above all good intentions collapse or do not realize the full potential that was in them… Or when my partner is telling me again that he needs some distance from me…

Yellow painted groups: From my view there are no yellow groups just as little as there are green groups or orange or blue ones, and even less than there are yellow individuals. On the one hand the whole integral map is a gross generalization, a view from 10,000 meters (about 30,000 feet) altitude. Therefore it is no good for describing the development of a single human being in short fractions of time. What I have seen again and again: Development is a rather messy affair… If we really could determine a center of gravity – and I have to admit that I doubt it – then a yellow center of gravity merely means that all structure stages up till yellow can be found within us. And there will always be situations in which these structures can be activated, this is totally normal. The difference to someone with a center of gravity at the blue level is merely that we can always take a step back (most of the times after the event) and perceive what’s going on. We are no longer identified with it, and are able to watch ourselves (and make it an object).

The way I see it: If we don’t manage to learn to appreciate and love all those aspects within ourselves and others (as our mirrors), we will get stuck there in an endless Hall of Mirrors. Or like Krishnamurti said: “Relationship is the mirror, in which we can see ourselves the way we are.” And sometimes we would rather like to shatter the mirror… And groups with yellow paint on them, in the real world or the virtual, provide us with a wonderful realm for practicing… And the preoccupation with the integral map seems to make us especially prone to the overestimation of our own capabilities…

What the finding of one’s own place in the world is concerned, it is indeed more difficult the more we enter uncharted territories. If “Paths are made by walking”, like Kafka has said, these paths are mere trails, and there are not many with us. If we meet a lonesome wanderer once in a while that travels his own path, we don’t often have a mutual language to communicate with each other. There we are at a loss for words, we stutter and stammer, and hope for some patience and understanding, while waiting for the words to grow within us… Like the girl Momo (after the corresponding novel by Michael Ende) who had to stay a whole year with Master Hora in order to grow the words to tell her friends about her experiences.

The German translation for the Thinking at the Edge Process by Eugene Gendlin is called so accurately “Where words are still missing”. There we only have our Felt Sense that there is something more, and we can see how our words carry forward the Felt Sense or not…

Yes, it is lonely on these paths. And as long as we haven’t learned to meet each other, like Rilke said, like “two solitudes that protect and touch and greet each other”, it is often so much easier to lose ourselves in superficial mutuality, be it a mutual map… And when we discover deeply disappointed that the studies of the map didn’t make us a better person, we can digress and search further, or we can realize that it is the only relevant statement of the map that we have to dare to enter uncharted territory, territory that hasn’t been measured by the cartographers of consciousness, for that the “words are still missing”…

And yes, there are moments of mutual alignment; moments when our hearts touch and we come together for something bigger. And when we experience that, the map doesn’t matter… But once we lose it again, we are trying to find the reasons on the map… What we experience is so new for us and the whole of humanity that we are the pioneers that have to blaze the trail to this consciousness. And this needs all our attention, and our compassion for ourselves and those who are in the same territory with us on their own paths.

Here again Rilke that I like to read when I am in a mood like this:

“We know little, but that we must trust in what is difficult is a certainty that will never abandon us; it is good to be solitary, for solitude is difficult; that something is difficult must be one more reason for us to do it. It is also good to love: because love is difficult. For one human being to love another human being: that is perhaps the most difficult task that has been entrusted to us, the ultimate task, the final test and proof, the work for which all other work is merely preparation. That is why young people, who are beginners in everything, are not yet capable of love: it is something they must learn. With their whole being, with all their forces, gathered around their solitary, anxious, upward-beating heart, they must learn to love. But learning-time is always a long, secluded time ahead and far on into life, is – ; solitude, a heightened and deepened kind of aloneness for the person who loves. Loving does not at first mean merging, surrendering, and uniting with another person (for what would a union be of two people who are unclarified, unfinished, and still incoherent – ?), it is a high inducement for the individual to ripen, to become something in himself, to become world, to become world in himself for the sake of another person; it is a great, demanding claim on him, something that chooses him and calls him to vast distances.”

And if our projects shall become expressions of such love, it seems like we need to go through such a learning time. After the completion of my training as a project manager I have started to design a new form of Integral Project Development. And I am especially concerned with the integration of the inside – individually as well as collectively – to be able to grow and create with each other through the alignment to something higher. More about this coming soon…

For now I close with Rumi:

“In this Hall of Mirrors
You see many things.
Rub your eyes!
Only you alone are there.”

A common purpose…/ Ein gemeinsamer Zweck…

A common purpose…/ Ein gemeinsamer Zweck…

Okay! There we go! (The German Version is below./ Die Deutsche Version ist unten.)

The resonance I have gotten so far from readers of my post “Looking for companions here” was quite overwhelming. Some really beautiful comments and discussions on Facebook as well as some wonderful talks through skype, and we are not yet finished.

Some people told me they found me courageous… Others might have thought that I must be a little naïve– to say the least… to show up like that…

Yet, the times of the lone warrior are definitely over, as are the times of the heroic leader. And I am not reviving the huge “spaceship”-visions (meaning visions that are like spaceships hanging in the clouds without any possibility for landing) either.

I have been asked why I don’t say more precisely and concretely what I want to do.

Well, first of all, because I don’t know it yet…

And then, who would be interested in participating in something that is already there in my mind completely? Yes, I do have some ideas. As a matter of fact my mind can generate ideas like a conveyor belt – from all different fields (economy, education, spirituality, health, therapy… preferably in all fields simultaneously)… Some of them might work if people with the right competencies would join me…

But then I am realizing that it is not about getting MY ideas into the world. It is not even about ME.

It is about what the world needs… what all of us need… what WE came to do here in this time… It is about creating connections…

In letting my mind follow the flow that is generated here, there are some realizations arising:

Yes, each of us is (growing into) a unique expression of the ALL-THAT-IS right here, right now with a unique set of gifts and a unique story that led us here. And in that we embody a unique purpose… something we came to do that only we can do… Yet, that purpose is not fixed like a goal that we have to reach, and once we reach it, it’s over… Rather it is itself moving and growing and changing while we move and grow and change…

It is Eros moving through us… moving us to be and to become uniquely and truly who we are and always have been… moving us to move with its flow… to express our highest potential in each and every moment… to embody it wholly… to reach for the stars… The ways we express that in the world are manifold and can change over time… What did express my highest purpose at one moment, might not express it in the next… So we keep changing and growing and stretching, while moving along… sometimes reaching for the sun and arriving at the moon, finding that the moon is absolutely gorgeous, and has always been the place we wanted to be…

Now, what happens when two or more people who embody their Unique Self meet? They recognize each other… and each one of them holds a piece of the others’ stories… completing them… nourishing each other… moving towards an even higher purpose!!!

YES! That’s it – my realization of today! Every relationship… whenever two or more people meet in love and recognition of each other there is an opportunity to manifest a purpose that neither of them could manifest alone… And the purpose of each relationship is absolutely unique!

Most of the times we don’t realize it and the opportunity elapses without being recognized at all… Sometimes it manifests for a moment… leaving all participants feeling enriched and enlivened through the encounter… and then it’s gone… Very seldom can it unfold its potential… and we all feel truly blessed by being around a couple or group like that… in the business world these are the organizations that really thrive…

Yet, what would happen if two of more people would come together with the clear intent to bring forth the highest purpose for their unique relationship??? They meet and give birth to that purpose… bring it into the world… through the higher intuitive and illumined mind… through the felt-sense… into the world of language and form… and finally into the world of matter, of society, culture and nature…

And of course this purpose is not fixed either… it will move and grow and change… and all the people that manifest it will move and grow and change themselves as individuals and as collective… Maybe some will leave, and others will come… and with each turn on the merry-go-round there is something new coming in… Until the purpose itself creates a field that attracts whoever needs to be there… whoever can benefit from being there and whoever can contribute to it… and often it is one and the same…

So, that’s my dream: Connecting to those people that hold a part of my story, while I am holding a part of theirs… coming together consciously… giving birth to the true purpose that wants to be manifested through us… that needs all of our unique gifts… creating the generative field of that purpose that attracts all the people, and resources, and gifts to itself that are needed to manifest it.

So, who feels attracted? Wherever you are… the time is NOW! I’ll be on the lookout for you…


Okay! Los geht’s!

Die Resonanz, die ich bisher von Lesern auf meinen Blog-Post „Auf der Suche nach Weggefährten“ bekommen habe, war ziemlich überwältigen. Einige wirklich schöne Kommentare und Diskussionen auf Facebook ebenso wie einige wunderbare Gespräche auf Skype, und wir sind noch nicht am Ende.

Einige haben mir gesagt, dass sie mich mutig fanden… Andere mögen gedacht haben, dass ich ein bisschen naiv sein muss – gelinde gesagt… um mich so zu zeigen…

Aber die Zeiten der Einzelkämpfer sind definitiv vorbei, genau wie die Zeiten der heroischen Leader. Und ich werde auch die riesigen „Raumschiff“-Visionen (damit meine ich Visionen, die wie Raumschiffe in den Wolken hängen, ohne eine Möglichkeit zum Landen) nicht wiederbeleben.

Ich bin gefragt worden, warum ich nicht präziser und konkreter sage, was ich tun will.

Nun, zunächst, weil ich es noch nicht weiß…

Und dann, wer würde sich dafür interessieren an etwas teilzuhaben, was in meinem Kopf schon komplett fertig ist? Ja, ich habe einige Ideen. Ehrlich gesagt kann mein Verstand Ideen am Fließband produzieren – aus allen möglichen Feldern (Wirtschaft, Erziehung, Spiritualität, Gesundheit, Therapie… am liebsten in allen Feldern gleichzeitig)… Einige davon könnten sogar funktionieren, wenn Menschen mit den richtigen Kompetenzen dazu kommen würden…

Aber dann realisiere ich, dass es nicht darum geht MEINE Ideen in die Welt zu bringen. Es geht überhaupt nicht um MICH.

Es geht darum, was die Welt braucht… was alle von uns brauchen… wofür WIR hier sind in dieser Zeit… Es geht darum Verbindungen herzustellen…

Indem ich meinen Geist dem Fluss folgen lassen, der hier generiert wird, tauchen einige Realisationen auf:

Ja, jede/r von uns ist (oder wächst hinein in) einen einzigartigen Ausdruck von ALLEM-WAS-IST, genau hier, genau jetzt, mit einem einzigartigen Satz Gaben und einer einzigartigen Geschichte, die uns hierher geführt hat. Und darin verkörpern wir einen einzigartigen Zweck… etwas, für das wir gekommen sind, das nur wir tun können… Doch dieser Zweck ist nicht festgelegt, wie ein Ziel, das wir erreichen müssen, und, sobald wir es erreicht haben, ist das Spiel vorbei… Er ist eher selbst sich bewegend und wachsend und sich verändernd, während wir uns bewegen und wachsen und uns verändern…

Er ist Eros, der sich durch uns hindurch bewegt… der uns dazu bewegt auf wirkliche und einzigartige Weise diejenigen zu sein und zu werden, die wir immer schon waren… der uns dazu bewegt uns mit seinem Fluss zu bewegen… in jedem Augenblick unser höchstes Potenzial auszudrücken… ihn völlig zu verkörpern… nach den Sternen zu greifen… Die Wege, wie wir das in der Welt ausdrücken, sind vielfältig und können sich mit der Zeit verändern… Was meinen höchsten Zweck in einem Moment ausdrückt, wird es vielleicht im nächsten nicht mehr tun… So bleiben wir dabei uns zu verändern und zu wachsen und zu strecken, während wir weitergehen… manchmal wollen wir zur Sonne und landen auf dem Mond, und dann finden wir den Mond absolut wundervoll und erkennen, dass das der Ort ist, an dem wir immer sein wollten…

Doch was passiert, wenn zwei oder mehr Menschen, die ihr Einzigartiges Selbst verkörpern, zusammenkommen? Sie erkennen einander… jede/r von ihnen hält ein Stück der Geschichte der anderen… vervollständigt sie… nährt sie… während sie sich auf einen noch höheren Zweck zubewegen!!!

JA! Das ist sie – meine Realisierung des Tages! In jeder Beziehung… wann immer zwei oder mehr Menschen in Liebe und gegenseitigem Erkennen zusammentreffen, gibt es die Möglichkeit einen Zweck zu manifestieren, den keine/r von ihnen allein manifestieren könnte… Und der Zweck jeder Beziehung ist absolut einzigartig!

Die meiste Zeit über realisieren wir ihn nicht, und die Gelegenheit verstreicht ohne überhaupt wahrgenommen worden zu sein… Manchmal manifestiert er sich für einen Moment, und alle Beteiligten bleiben bereichert und belebt von der Begegnung zurück… und dann ist es vorbei… Ganz selten entfaltet er sein Potenzial… und wir fühlen uns wirklich gesegnet, wenn wir in der Nähe solcher Paare oder Gruppen sind… in der Geschäftswelt sind das die Organisationen, die wirklich florieren…

Doch was würde passieren, wenn zwei oder mehr Menschen mit der klaren Absicht zusammenkommen den höchsten Zweck ihrer Beziehung hervorzubringen? Sie treffen sich und bringen diesen Zweck zur Geburt… bringen ihn in die Welt…durch den höheren intuitiven und erleuchteten Verstand… durch den Felt-Sense… in die Welt der Sprache und Form… und schließlich in die Welt der Materie, der Gesellschaft, Kultur und Natur…

Und natürlich ist dieser Zweck ebenfalls nicht festgelegt… er wird sich bewegen und wachsen und sich verändern… und alle Menschen, die ihn manifestieren, werden sich bewegen und wachsen und sich selbst verändern als Einzelne und als Kollektiv… Einige werden vielleicht wieder gehen, andere werden dazukommen… und mit jeder Runde auf dem Karussell kommt etwas Neues hinzu… Bis der Zweck selbst ein Feld erschafft, das all diejenigen anzieht, die dort sein müssen… wer auch immer davon profitieren kann und wer dazu beitragen kann… und oft werden das dieselben Menschen sein…

Also, das ist mein Traum: Die Menschen verbinden, die einen Teil meiner Geschichte in sich tragen, während ich einen Teil der ihren trage… durch bewusstes Zusammenkommen den wahren Zweck gebären, der durch uns manifestiert werden will… der all unsere einzigartigen Gaben benötigt… das fruchtbare Feld erschaffen, das all die Menschen und Ressourcen und Gaben zu sich zieht, die es braucht, ihn zu manifestieren.

Also, wer fühlt sich angezogen? Wo immer Ihr seid… die Zeit ist JETZT! Ich halte nach Euch Ausschau…

Auf der Suche nach Weggefährten…/ Looking for companions here…

Auf der Suche nach Weggefährten…/ Looking for companions here…

An meine Freunde in der Integralen Welt, in der Welt des Einzigartigen Selbst, der Weltspiritualität und der Bewusstseinsarbeit:

(To all my Friends in the Integral World, the World of Unique Self, of World Spirituality and Consciousness Work: The English version is below.)

Da stehe ich nun!

Ausgebildet bis zum Rande! Überqualifiziert, lebenserfahren… unangepasste Querdenkerin, Liebende, Fragende… umfangreiche Erfahrungen in den Rollen Dozentin, Trainerin, Coach, Personal- und Organisationsentwicklerin, Beraterin, Moderatorin, Initiatorin, Projektentwicklerin, Wegbegleiterin… und noch immer auf dem Weg… nicht angekommen… oder angekommen auf dem Weg, der niemals endet…

„Der Weg ist das Ziel!“ Sprichwort, Konfuzius zugeschrieben

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ Franz Kafka

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Jesus Christus (nach Joh 14,6)

„Wir sind der Weg.“ Die Toten Hosen (Songtext)

Mein Lebensweg – ein oft chaotischer… mit vielen Ecken und Kanten, Umbrüchen, Sprüngen… und dennoch immer weiter… zu mehr Bewusstheit, umfassenderer Liebe, wirklicher Freiheit (auch innerhalb von Grenzen), innerer Weite und Mitgefühl, Authentizität und Eingebunden Sein in ein größeres Ganzes…

Ein Lebenslauf kann das nicht erfassen… auch keine 3. oder 4. Seite… eine Be-Werbung… Werbung in eigener Sache lässt nicht den Menschen sichtbar werden… Und wenn der Mensch dennoch hindurchscheint… wer fürchtet sich nicht vor dem Unaussprechbaren, nicht in Schubladen zu Fassenden, vielleicht Unbequemen, weil Grenzen Sprengenden, immer weiter Fragenden, Forschenden… Tiefer und weiter und umfassender und umarmender…

Dozentin und Trainerin – das zieht sich durch… und doch kann ich mich nur teilweise damit identifizieren. Ja, ich will etwas vermitteln, doch die Art, wie das meist geschieht, entspricht nicht dem, wer und was ich bin. Eher bin ich selbst immer weiter Lernende, Suchende, Forschende, Fragende… Und auf diesem Weg teile ich gern, was ich schon gefunden habe, tausche mich aus mit anderen Suchenden, kann Hinweise geben über den Weg, den ich schon gegangen bin… den Raum halten… Eine neue Art des Lehrerseins gesucht… und eine neue Art des Schülerseins…

Initiatorin und Entwicklerin – immer wieder… viele Samen habe ich schon gesät… manche sind anders aufgegangen, als ich dachte… Häufig bin ich Katalysator… durch mich wird etwas sichtbar, spürbar… eine Veränderung folgt… das System geht seinen Weg… und ich auch…

Sehnsucht nach längeren gemeinsamen Wegen, ausgerichtet auf ein gemeinsames Ziel…

Was kommt als nächstes?

Wieder Einzelkämpferin? Wieder versuchen MEIN Ding zu machen? Weil es so Mode ist? Oder weil das von einer modernen Frau in der Avantgarde des Bewusstseins so erwartet wird? Einzelunternehmerin mit einem Portfolio von Angeboten: Projektmanagement, Beratung, Training, Seminare, der Integrale Ansatz, Bewusstseinsarbeit, Aufstellungsarbeit… manchmal kooperieren… aber eigene Ziele verfolgen… Selbstständig sein, wenn auch angeschlossen an das größere Ganze???

Oder irgendwo doch noch in ein bestehendes Unternehmen hineinpassen? Zumindest versuchen? „Was nicht passt, wird passend gemacht“ (Titel einer deutschen Komödie aus dem Jahr 2002)… Vielleicht gibt es ja das seltene Unternehmen, das mir eine Chance gibt und das sich vielleicht sogar freut jemanden wie mich aufzunehmen???

Meine wirklichen ur-eigenen Ziele sind zu groß, als dass ich sie allein verfolgen könnte… Es sind die großen Fragen und Themen der Menschheit, die mich beschäftigen… das Bewusstsein, das notwendig ist für das Überleben der Menschheit… welt-zentrisch… kosmo-zentrisch… Erwachen… Erwachsenwerden… Reifen… Lichter werden… Leichter werden… Sich Öffnen… die Einheit allen Seins… unser Einzigartiges Selbst be-leben… einen Beitrag leisten als einzelne und als Gruppen… sich in den Dienst stellen…

Ich weiß aus Erfahrung, dass ich am besten in einem Team von Menschen wirken kann, die für ein gemeinsames Ziel arbeiten wollen. Ein Kreis von Menschen, die auf einen gemeinsamen, höheren Zweck ausgerichtet sind… mit klarer Strategie, wachem Geist und offener Intuition… mit Liebe im Herzen, lösungsorientiertem Verstand und fragender Haltung… emotional gereift und reifend… rational geschult, auf dem Weg ins Transrationale… Persönlichkeiten mit transpersonaler Ausrichtung… professionell an den eigenen Kompetenzen ausgerichtet und der eigenen Grenzen bewusst… ohne Angst vor den eigenen Schatten oder der der anderen, weil erfahren im Umgang damit und Durcharbeiten davon… sich ergänzend… inspirierend… befruchtend…

Dazu eine Organisationsstruktur, die gleichzeitig hält und Raum lässt für Entwicklung, die erlaubt, dass die Kompetenzen und Wahrnehmungen der einzelnen für das Ganze nutzbar werden… Holakratie fällt mir da ein… aber vielleicht gibt es auch noch andere… Und Integrales Projektmanagement…

Bin ich die einzige mit dieser Sehnsucht? Wo gibt es andere? Wer möchte die Höhle des Einsiedlers nach langen Jahren der Schulung verlassen und weiß nicht wie? Wer findet sonst noch in den bisherigen Strukturen keinen Anschluss? Wer möchte kein Einzelkämpfer oder heroischer Leader mehr sein? Wer möchte lieber zusammenarbeiten bei gleichzeitig maximaler Eigenverantwortung? Wer hat keine Angst vor diesem Entwicklungsimpuls in mir, in sich, in anderen??? Wer mag die Bequemlichkeit und Sicherheit des Gewohnten hinter sich lassen, aufbrechen in ein neues Land und dabei die Erkenntnisse unserer Vorgänger nicht außer Acht lassen?

Auf der Suche nach Weggefährten…


To all my Friends in the Integral World, the World of Unique Self, of World Spirituality and Consciousness Work:

Here I am!

Educated as far as it will go! Overqualified, with much experience of life… unconventional out-of-the-box thinker, lover, inquirer… extensive experiences in the roles of instructor, or teacher, trainer, coach, human resources and organizational developer, consultant, facilitator, initiator, project developer, companion… and still on my path… not yet arrived… or arrived on the path that never ends…

“The journey is the reward!” Proverb accredited to Confucius (in German)

“Paths are made by walking.” Franz Kafka

“I am the way and the truth and the life.” Jesus Christ (John 14:6)

“We are the way.” Die Toten Hosen (lyrics of a song in German: “Wir sind der Weg.”)

My path of life – often quite chaotic… with many rough edges, transitions, leaps… and still going on… toward more awareness, all-embracing love, true freedom (even within boundaries), inner vastness and compassion, authenticity and being integrated in a bigger whole…

A résumé cannot capture that… not even a 3. or 4. page… a job application… self-marketing doesn’t really show the person behind it… And if the person does shine through… who doesn’t fear the ineffable, which doesn’t fit in, may be uncomfortable, because it breaks through limitations, always inquiring, exploring more… Deeper and wider and more expansive and embracing…

Instructor, or teacher, and trainer – that comes again and again, yet I can only partly identify with it. Yes, I have something to teach, but the way this normally happens is not in accordance with who and what I am. Rather I am an eternal student, searcher, explorer, inquirer… And on this path I love to share what I have already found, to exchange experiences with other searchers, and give hints about the path that I have traveled so far… holding space… Looking for a new way of being a teacher… and a new way of being a student…

Initiator and developer – again and again… many seeds I have sown… some have borne fruit in a different way that I thought… Often I am a catalyst… through me something becomes visible, perceptible… a change follows… the system goes its way… and so do I…

A yearning arises for longer collaborative paths aligned to a common goal…

What’s next?

A lone warrior again? Trying to do my own thing again? Because it is fashionable? Or because this is expected from a modern woman at the vanguard of consciousness? A one-woman business with a portfolio of offers: project management, consultancy, training, seminars, the Integral approach, consciousness work, constellations processes… sometimes cooperating… but following my own goals… being self-employed and independent, even when connected to the greater whole???

Or somehow trying to match an existing company? At least give it a try? “What doesn’t match, will be adapted” (Title of a German comedy from 2002: “Was nicht passt, wird passend gemacht”)… Maybe there is a rare company that gives me a chance and is even happy to find someone like me, maybe???

My own, truly original goals are way too big to follow them alone… The big questions and issues of humanity keep me busy… the consciousness that is necessary for the survival of mankind… world centric… Cosmo centric… Waking up… Growing up… Maturing… Lightening Up… Opening up… The Oneness of all Beings… Living as Unique Self… Contributing as individuals and groups… Serving the whole…

I know from experience that I can best function and act in a team of people working for a common goal. A circle of people aligned with a higher common purpose… with clear strategy, awake spirit, and open intuition… with love in the heart, solution oriented mind, and inquiring attitude… emotionally matured and maturing… rationally educated on the way towards the trans-rational… personalities with trans-personal bias… professionally oriented towards the own competencies, and conscious of the own limitations… not afraid of the own shadow issues or of those of others, because experienced in working through and handling them… complementary… inspiring… cross fertilizing each other…

Adding to this an organizational structure or operating system that can both hold and allow space for development, that allows the competencies and perceptions of all participating individuals to be harnessed for the whole… Holacracy comes to mind… but maybe there are still other… Plus Integral Project Management…

Am I the only one with this yearning? Where are others? Who wants to leave the hermit’s cave after long years of schooling and doesn’t know how? Who else doesn’t find the connection to the hitherto existing structures? Who doesn’t want to be the lone warrior or the heroic leader anymore? Who wants to collaborate with a simultaneous maximum of self-responsibility instead? Who is not afraid of this developmental impulse within me and him- or herself and others? Who would like to leave the comfort and security of the familiar behind, try something completely new without disregarding what our predecessors have realized?

Looking for companions here…

Some thoughts on the Integral Community – Einige Gedanken zur Integralen Gemeinschaft

Some thoughts on the Integral Community – Einige Gedanken zur Integralen Gemeinschaft

(Die deutsche Version ist unten.)

I have watched this within me, and I am watching this again and again in people who are new to the Integral Community/ Movement (although I think it is none of this in reality, yet) and whom I have seen come and go…

In the beginning there is this great magic of „falling in love“. Everything is great, a sense of homecoming… I have finally met my tribe! …and a sense of enthusiasm and passion… Wow, what can all of us create together? Let’s change the World!

Then there is the great disappointment, the falling-out-of-love: people in the so-called Integral Circles don’t seem to be as enlightened or integrated as we thought they would (or should) be (and of course we forget that that is true for ourselves as well). Oh, probably they are not REALLY integral – they must be green or orange or red or whatever color comes to mind… And/or we experience that others call US not integral (worst of all GREEN ;-))…

And we feel all of this is not kind at all – which is often correct! We also see how people place judgments on others, and of course we so clearly see their shadows. We get hurt and disappointed… like in every real relationship… As Ken Wilber often reminds us: To be at an Integral stage doesn’t mean that we are good, one can be at an Integral stage and still be an assh…

But besides the real assh… of the world (integral or not)… what for me was really hard to get my heart, mind and soul around were all those people – GOOD people, BRILLIANT and LOVING people who can turn into assh… within seconds when some buttons are pushed or triggers are pulled… And of course Integral Theory can explain all this, but this doesn’t make it go away…

What I really had to learn was how to give myself wholeheartedly while still be discerning. See and enjoy all the greatness and goodness and love that is there, and also see (and forgive – without being naive) the dark, hidden corners. And to know when it is good to speak up (for the sake of the ALL), and when it is better to care to myself and wait for a better moment…

And then at some point – like in every real relationship – the question comes up: stay or leave??? It is not an easy question… and noone can tell what another person needs to do at that point… We all have boundaries, and when we hit one, quitting might be the most compassionate and wise thing to do… First of all, we need to be true to ourselves, our needs, our boundaries… AND those boundaries can and will change over time, especially when we really keep doing our homework (Integral Life Practice and all that good and juicy stuff)…

And then there comes a point in our lives (I believe for each and everyone of us) where we are asked to stay and do the WORK! WORK with our own shadow issues (instead of asking others to deal with theirs) to become a more integrated person that is not so likely to be triggered, that can stay steady in the storms of life, WORK with our own sense of connectedness, first and foremost to ourselves and then on the Inside of the Inside to the others, WORK with our own capacities, competencies and skills – to develop skillful means – and WORK with each other, creating and experimenting with new structures and cultures (going where no human has been before) and co-creating something new…

This journey, of course, is not always fun! It is more like an initiation leading through the dark forrest into the underworld where we have to tame the dragon until we finally can come back with the water of life and start giving it to the world… And it is okay to be scared sometimes… And as Alia who was in my small group in todays Leadership Call put it: Love and passion are not enough! We need to develop our strength, and learn the needed skills as well.

For this, we need to remember that there is more at stake than the survival of our own ego. As Ken reminded us on the Call today, WE as Humanity are facing global problems that we have no solution for, yet, and that might as well destroy humanity and much of the wondrous life on this beautiful planet. So, for the sake of the ALL and for ALL-OF-US, let’s get over our hurt! Let’s learn to keep our hearts open and to love through the pain! Let’s keep going and start co-creating the world we want to live in. Our Unique Gifts are needed in the World! So let’s start giving! ♥


Ich habe das in mir beobachtet, und ich beobachte das immer wieder in Menschen, die neu in der Integralen Gemeinschaft/ Bewegung sind (obwohl ich nicht glaube, dass das in Wirklichkeit schon eine ist) und die ich kommen und gehen sah…

Am Anfang gibt es den großen Zauber des „Verliebt Seins“. Alles ist großartig, wie ein nach Hause kommen… Ich habe endlich meine Familie gefunden! …verbunden mit einem Gefühl von Enthusiasmus und Leidenschaft… Wow, was wir alles miteinander schaffen können… Lasst uns die Welt verändern!

Dann kommt die große Enttäuschung, das sich Ent-Lieben: Die Menschen in den sogenannten Integralen Kreisen scheinen doch nicht so erleuchtet oder integriert zu sein, wie wir dachten, dass sie seien (oder sein sollten)… Und natürlich vergessen wir, dass das für uns genauso gilt… Oh, vielleicht sind sie gar nicht WIRKLICH integral – sie müssen grün sein oder orange oder rot oder was immer uns für eine Farbe in den Sinn kommt… Und/oder wir machen die Erfahrung, dass andere UNS als nicht integral bezeichnen (am schlimmsten GRÜN ;-))…

Und wir haben das Gefühl, dass all das nicht so richtig freundlich ist – was ja oft stimmt! Wir sehen auch, wie Menschen Urteile über andere zum Besten geben, und natürlich sehen wir ihren Schatten so klar. Wir fühlen uns verletzt und enttäuscht… wie in jeder wirklichen Beziehung… Wie Ken Wilber uns oft erinnert: Auf einer integralen Stufe zu sein heißt nicht, dass man gut ist, man kann auf einer integralen Stufe sein und immer noch ein Ar…

Aber mal abgesehen von den wirklichen Ar… der Welt (integral oder nicht)… was für mich wirklich schwer war mit Herz, Verstand und Seele zu durchdringen, das waren all diese Menschen – GUTE Menschen, BRILLIANTE und LIEBENDE Menschen, die sich innerhalb von Sekunden in Ar…  verwandeln können, wenn bestimmte Knöpfe gedrückt oder Trigger gezogen werden… Und natürlich kann die Integrale Theorie das alles erklären, aber das lässt es nicht verschwinden…

Was ich wirklich lernen musste, war, wie ich mich selbst mit ganzem Herzen in etwas hineingeben kann und gleichzeitig meine Unterscheidungsfähigkeit behalte. All die Größe und Güte und Liebe zu sehen, die da ist, und gleichzeitig all die dunklen, versteckten Ecken zu sehen (und zu vergeben, ohne naiv zu sein). Und auch zu wissen, wann es gut ist meine Meinung zu sagen (zum Wohle des Ganzen), und wann es besser ist mich um mich selbst zu kümmern und einen besseren Moment abzuwarten.

Und an irgendeinem Punkt kommt – wie in jeder wirklichen Beziehung – die Frage auf: Bleiben oder Gehen? Das ist keine einfache Frage… und niemand kann einem anderen Menschen sagen, was dieser Mensch an diesem Punkt tun muss… Wir alle haben Grenzen, und wenn wir auf eine stoßen kann es das Weiseste und Mitfühlendste sein aufzugeben… Zunächst einmal müssen wir wahrhaftig mit uns, unseren Bedürfnissen, unseren Grenzen sein… UND diese Grenzen können und werden sich mit der Zeit verändern, besonders, wenn wir wirklich weiterhin unsere Hausaufgaben machen (eine Integrale Lebenspraxis und all diese guten, pikanten Dinge)…

Und dann kommt irgendwann ein Punkt in unserem Leben (ich glaube, für jeden einzelnen von uns), an dem wir aufgefordert sind zu bleiben und die ARBEIT zu tun! ARBEIT mit unseren eigenen Schatten-Themen (statt von anderen zu fordern, sie sollten ihre machen), um ein besser integrierter Mensch zu werden, der nicht mehr so einfach getriggert wird, der stabil in den Stürmen des Lebens stehen kann, ARBEIT mit unserem eigenen Gefühl der Verbundenheit, zunächst und zu allererst zu uns selbst und dann zum Innersten des Innersten der anderen, ARBEIT mit unseren eigenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen – um geschickte Mittel zu erlernen – und ARBEIT miteinander, um neue Strukturen und Kulturen zu kreieren und damit zu experimentieren (und dahin zu gehen, wo noch kein Mensch zuvor gewesen ist) und etwas Neues mitzugestalten…

Diese Reise ist natürlich nicht immer ein Spaß! Es ist mehr wie eine Initiation, die durch den dunklen Wald in die Unterwelt führt, wo wir den Drachen zähmen müssen, bis wir schließlich mit dem Wasser des Lebens zurückkehren dürfen und anfangen können es mit der Welt zu teilen… Und es ist okay, wenn wir dabei manchmal Angst haben… Und wie Alia, die in meiner Kleingruppe bei der Telefonkonferenz zum Thema Integrale Führung war, es sagte: Liebe und Leidenschaft sind nicht genug! Wir müssen auch unsere Stärke entwickeln und die benötigten Fertigkeiten erlernen.

Dafür sollten wir uns daran erinnern, dass mehr auf dem Spiel steht, als das Überleben unseres eigenen Egos. Wie Ken uns bei der Telefonkonferenz erinnert hat, stehen WIR als Menschheit vor globalen Problemen, für die wir bis jetzt keine Lösung haben, und die sehr wohl die Menschheit zerstören könnten oder gar all das wundersame Leben auf diesem schönen Planeten. Also, zum Wohle des Ganzen und von uns Allen: lasst uns unsere Verletzungen überwinden und anfangen durch den Schmerz hindurch zu lieben! Lasst uns dabei bleiben und anfangen die Welt mitzugestalten, in der wir leben wollen. Unsere Einzigartigen Geschenke werden in der Welt gebraucht! Also lasst uns anfangen sie zu geben! ♥

Die Core Integral Online Kurse zu Essential und Advanced Integral – Ein Erfahrungsbericht

Die Core Integral Online Kurse zu Essential und Advanced Integral – Ein Erfahrungsbericht

Den folgenden Artikel habe ich für das Online Journal des Integralen Forums geschrieben, in dessen 33. Ausgabe er auch erschienen ist.

Als ich im Oktober 2010 das E-learning-Programm Essential Integral in der Download-Version erwarb, konnte ich es kaum erwarten, damit anzufangen. Zwar hatte ich AQAL in seinen wesentlichen Komponenten schon einigermaßen verstanden, doch wollte ich mein Wissen gern auf den neuesten Stand bringen, abrunden und anwenden lernen. Die ersten Lektionen erfüllten meine Erwartungen. Es handelt sich um eine sehr profunde Zusammenschau auf hohem Niveau, die einiges an Tiefe vermittelt, das mir so bisher noch nicht begegnet war. Auch die Übungen waren gut gestaltet und luden zum Mitmachen und Anwenden ein.

Doch nach einer Weile merkte ich, dass mir der Austausch mit anderen Lernenden fehlte. Die Interaktivität des Programms reichte mir nicht mehr. Ich zweifelte, inwieweit das ganze wunderschön aufbereitete Material tatsächlich hängenbleiben und – nach einer kurzfristigen Anregung meines kognitiven Verständnisses – zu einer dauerhaften Verbesserung meiner AQAL-Sicht und damit zu einer tieferen Verkörperung des Integralen führen würde. Dazu kam noch, dass ich in Lektion 4.2 über die Stufen bei den Anwendungs-und Bewusstseinsübungen, die als Tests gedacht waren, scheinbar hoffnungslos versagte. Später erfuhr ich, dass die etwas unglückliche Testsprache zwar auf die Beschränkungen der verwendeten Software zurückging, dass aber der Misserfolg durchaus pädagogisch erwünscht und bezweckt war. Doch das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, und so merkte ich nur, dass ich anfing, die Fortsetzung des Kurses hinauszuschieben, bis ich ihn mehr oder weniger vergessen hatte.

Als dann der zweite Kurs herauskam, hatte ich zunächst gar kein Interesse. Erst als zusätzlich zu beiden Kursen begleitende Online-Kurse über jeweils 6 Wochen angeboten wurden, die als Pilotprogramme kostenlos waren und von mehreren Seiten empfohlen wurden, entschied ich mich, der ganzen Angelegenheit noch eine Chance zu geben. Die Werbung versprach einen Kurs auf dem Niveau und mit der Stringenz eines Graduierten-Studiums, und das war nicht zu viel versprochen. Jede Woche mussten ein bis zwei Lektionen des E-learning-Programms absolviert werden. Daneben gab es eine Meditation oder Bewusstseinsübung, zum Thema passende Musik, verpflichtende Lektüre, die in Form von pdf-Dateien zur Verfügung gestellt wurde (im ersten Kurs hauptsächlich aus „Eine kurze Geschichte des Kosmos“, im zweiten Kurs aus den Exzerpten. Hierzu wurde uns aber gesagt, dass wir sie zunächst auch weglassen könnten, falls wir sonst Zeitprobleme hätten). Dann gab es eine Anwendungsübung, deren Ergebnisse und Reflexionen wir in jeweils 500 bis 600 Worten zusammenfassen und in einem Online-Forum posten sollten und mindestens drei, besser vier Kommentare zu verschiedenen Übungsaufgaben der anderen im Forum. Hierdurch entstand ein sehr konstruktiver Austausch. Dazu kam das Lesen der vielfältigen und ausführlichen „Faculty Responses“ der Dozenten Clint Fuhs und Ali Akalin und ein Frage- und Antwort-Anruf mit den beiden. Für den konnten wir vorher Fragen einreichen und er konnte schon einmal drei Stunden dauern, da die beiden den Ehrgeiz besaßen, wirklich jede einzelne Frage ausführlich zu beantworten…

Zum Ende jeden Kurses gab es noch je einen 90-minütigen Frage- und Antwort-Anruf mit dem Meister selbst: Ken Wilber. Diese Anrufe sind übrigens auf der Webseite von Core Integral frei downloadbar.

In der Kursbeschreibung stand, dass man ungefähr zehn Stunden pro Woche einplanen müsse. In der Praxis waren es meist deutlich mehr, zumal der Zwang, in Englisch schreiben zu müssen, die Arbeit für mich sicherlich noch einmal verlangsamt hat. Im Feedback zu diesen Pilotprojekten wurde daher von den meisten Teilnehmenden dringend dazu geraten, die Lektionen demnächst auf jeweils 2 Wochen zu verteilen, so dass ein gesamter Kurs demnächst 12 Wochen dauern dürfte.

Doch ansonsten war es für mich eine Lernerfahrung, die ich nicht missen möchte und die ich nur jedem empfehlen kann. Gleich zu Anfang sollten wir einen hochtheoretischen Artikel von Zak Stein lesen über den Gebrauch des Begriffs des Integralen. Im Wesentlichen ging es darum, dass das Wort Integral verschiedene Bedeutungen hat, die in der „Szene“ meist wild durcheinander verwendet werden und damit oft zur Verwirrung beitragen:

• Zum einen meint das Wort Integral eine Meta-Theorie, einen Ansatz, eine Landkarte. Häufig ist damit AQAL gemeint oder IMP (Integraler Methodologischer Pluralismus). Integral informiert zu sein bedeutet demnach, die Grundzüge dieser Landkarte zu kennen und anwenden zu können.
• Als zweites beschreibt Integral eine Entwicklungsstufe oder gar einen Entwicklungsrang (alle Stufen ab 2nd-tier, über alle Linien hinweg). Diese Nutzung des Begriffs wird von Zak Stein als deskriptiv bezeichnet.
• Und als drittes wird der Begriff normativ benutzt, um eine angestrebte Entwicklung hin zu mehr Integration, Güte, Mitgefühl, etc., zu einem umfassenderen Bewusstsein anzudeuten.

Die Mischung dieser Begriffe unter einem Namen ist aus verschiedenen Gründen problematisch. Zum Beispiel ist die oft angenommene „growth-to-goodness-assumption“, die Annahme, dass wir über verschiedene Stufen hin zu mehr Güte wachsen, wissenschaftlich nicht haltbar. Oder wie Ken Wilber es in einer Frage- und Antwort-Sitzung ausgedrückt hat: „Du kannst es immer noch falsch verstehen auf einer integralen Ebene. Weil du auf einer höheren Entwicklungsebene bist, hast du viel mehr Werkzeuge, dich davon zu überzeugen, dass deine falsche Perspektive richtig ist.“ Und so wurden wir gleich zu Beginn darauf hingewiesen, uns sehr bewusst zu sein, wie wir den Begriff verwenden. Zak Stein empfiehlt sogar, den Begriff Integral ausschließlich normativ zu verwenden, da die deskriptive Verwendung zur Beschreibung einer Ebene problematisch sei.

Hinzu kamen die unterschiedlichsten Begriffsklärungen zu verschiedenen Lektionen, so z.B. in der Lektion zu den Quadranten (und Quadrivia) der Hinweis, dass Quadranten keine Eimer seien, in denen irgendwelche Objekte oder Phänomene zu finden seien. So ist etwa ein Gedanke nicht oben links und ein Tisch oben rechts zu finden, sondern ich kann sowohl einen Gedanken, als auch einen Tisch – also jedes Objekt oder Phänomen – durch alle Quadrivia betrachten. Ein Gedanke erscheint oben links als eine innere Erfahrung, oben rechts als Gehirnwellen, unten links sehe ich z.B. die kulturellen Einflüsse, die diesen Gedanken möglich gemacht haben, während unten rechts vielleicht die Struktur der Sprache (Buchstaben, Wörter, Sätze), die diesen Gedanken bilden, gesehen werden. Bei einem Tisch sehe ich oben links vielleicht die Absicht seines Machers oder meine Gefühle, wenn ich den Tisch betrachte, oben rechts die Form des Tisches, das Material, unten links die kulturelle Entstehungsart oder die Erinnerungen an die vielen geteilten Stunden an diesem Tisch und unten rechts die Systeme, die zur Produktion notwendig waren, oder ganz einfach die Anordnung von Tisch und Stühlen in meinem Büro. All das steht immer in Abhängigkeit zur Fragestellung.

Das Wesentliche bei einer Quadrivia-Analyse ist daher immer die Frage, die ich beantworten will, die ich in die Mitte stelle und aus allen Perspektiven betrachte. Und die Empfehlung ging dahin, eher kleinere Fragen zu betrachten, und für jede neu auftauchende Frage eine neue Analyse zu machen. Zu allgemeine offene Fragen führen meist zu einer eher verschwommenen Analyse.

Doch das ließ man uns zunächst selbst herausfinden. Die Unterrichtsmethode bestand im Wesentlichen darin, dass wir meist eine Aufgabe bekamen, für die unsere Kenntnisse im Grunde nicht ausreichen konnten. Wir stürzten uns also ins Wasser, um zu sehen, ob wir schwimmen könnten. Die Feedbacks aus der Gruppe waren meist wohlwollend, wertschätzend und mitfühlend.

Es war erstaunlich, wie selbst über ein solches Online-Forum ein wirkliches Wir-Gefühl mit viel gegenseitiger Unterstützung entstand.

Die Kommentare von Ali Akalin waren sehr kenntnisreich und virtuos mit den Konzepten spielend. Wenn Clint Fuhs unsere Arbeiten kommentierte und kritisierte, so brachte er sie anhand von Beispielen sehr auf den Punkt. Meist wurde einem sofort klar, was man beim nächsten Mal anders machen könnte. Und diese Erkenntnis war zumindest bei mir meist mit so viel Freude verbunden, dass der Schmerz des „Noch-nichtgenug“ gar nicht ins Gewicht fiel.

Zum Gebrauch der Farben zur Beschreibung der Ebenen wurde zur Vorsicht geraten, da dies häufig zu einem eher schubladenhaften Denken führe. Innerhalb der Assignments wurden wir darum gebeten, die Ebenen eher zu beschreiben – zumindest zusätzlich zu den Farbcodes. Auch im Kurs machte sich bei der Ebenen-Lektion eine ziemliche Frustration breit. Bei der Einschätzung verschiedener sprachlicher Äußerungen hatten die wenigsten mehr als 20 % richtig. Einige verbalisierten sogar ihre Zweifel, ob sie mit dem Kurs fortfahren wollten. Und manche wurden ärgerlich, weil sie das Gefühl hatten, anhand von viel zu wenig Daten Menschen in Ebenen einteilen zu müssen.

Clint Fuhs klärte uns über seine Absichten auf:
Zum einen sei genau diese Reaktion erwünscht. Er habe in der integralen Gemeinschaft einfach zu viel Missbrauch dieser Kenntnisse gesehen. Es sei zwar nicht ganz zu vermeiden, dass man zu Beginn dazu neigen würde, alles in Farben zu sehen und einzuteilen – immerhin hätten wir nach diesem ersten Kurs gerade so viele Kenntnisse, dass sie für uns gefährlich werden könnten. Aber wenn die negativen Erfahrungen dazu beitragen könnten, uns in Bezug auf unsere Fähigkeiten etwas bescheidener zu machen, so hätten sie ihren Sinn nicht verfehlt.

Zum anderen ginge es eben wirklich nicht darum, Menschen in Ebenen einzuteilen, sondern einzelne Äußerungen auf ihre Komplexität hin zu untersuchen und miteinander zu vergleichen. Und das heißt eben gerade nicht, dass jede Äußerung eines Menschen von derselben Ebene käme – dies hängt einfach von einer Menge Faktoren ab (vom Thema, von der Situation, von der Tagesverfassung, etc.). Hier eine verbesserte Intuition zu entwickeln, kann sehr hilfreich sein, da sie uns ermöglicht, auf sprachliche Äußerungen auf der gleichen Komplexitätsebene oder maximal eine halbe Stufe darüber zu antworten. Und das ist das Mitfühlendste, was wir im realen Leben tun können.

Dabei stellte es sich heraus (und diese Lernerfahrung wurde im Kurs 2 noch vertieft), dass die Inhalte der Äußerungen meist irreführend sind, wenn es darum geht, die Komplexität zu beurteilen. So kann es gut passieren, dass jemand einen scheinbar mythischen Glauben äußert, dies jedoch mit einer Komplexität begründet, die mit einer spätorangenen, früh-grünen Kognition einhergeht. Zudem kommen noch die eigenen Filter, die uns sagen, dass eine bestimmte Äußerung doch unmöglich von einer höheren Ebene kommen kann, einfach weil sie uns nicht gefällt, während wir Meinungen, die mit unseren übereinstimmen, eher höher einschätzen. Die Begründungen, die wir für unsere Einordnungen abgeben mussten, waren jedenfalls höchst lehrreich. Im zweiten Kurs entstanden daraus Diskussionen darüber, inwieweit diese Tests nun eigentlich verschiedene Linien messen oder doch immer nur die kognitiven und sprachlichen Kompetenzen, die ja notwendig sind für die Äußerungen zu den verschiedensten Themen, deren Komplexität dann beurteilt wird.

Bei der Lektion zu den Zuständen durften wir schließlich eine Meditation mit den schriftlichen Pointing Out Instructions von Ken Wilber machen (die verwendete Meditation gibt es auf Deutsch unter http://integralesleben.org/il-home/il-integrales-leben/meditation/meditation-interaktiv/) und darüber unsere Erfahrungen beschreiben. Dies ermöglichte uns nicht nur einige persönliche Erfahrungen, sondern auch eine neue Art des persönlichen Kennenlernens und des Austauschs untereinander.

Insgesamt hatte der Kurs uns zu einer wirklichen Gemeinschaft gemacht, und so freuten wir uns alle, nach einer Pause von zwei Wochen mit dem Advanced Kurs weitermachen zu können und waren etwas enttäuscht, dass nicht alle aus dem ersten Kurs im zweiten dabei sein konnten. Manche hatten sich nicht sofort für beide Kurse angemeldet. Und nun war dieser schon ausgebucht. Zwar waren wir uns alle einig, dass die Arbeitsbelastung – speziell neben der Arbeit und dem restlichen Leben – enorm gewesen war, und wir befürchteten, dass sich dies im zweiten Kurs noch steigern würde, doch niemand der aktiven Teilnehmer/innen wollte die Erfahrung missen, und alle freuten sich auf die Fortsetzung.

Wie sich bald herausstellen sollte, war die Befürchtung berechtigt. Die Arbeitsbelastung des zweiten Kurses war in der Tat noch um einiges größer als im ersten. Und so entschied ich mich, wie von Clint Fuhs allgemein angeraten, das Lesen der Exzerpte auf die Zeit nach dem Kurs zu vertagen. Dies bedeutete allerdings, dass mir wichtige Hilfsmittel zum Verständnis des Kurses fehlen würden. Das Advanced E-learning Programm erwies sich in der Sprache als reichlich abstrakt.

Speziell bei der Lektion über die zu den jeweiligen Zonen vorgestellten Beispiel-Methoden hatte ich mitunter das Gefühl, dass ich gespannt darauf wartete, dass wieder einmal ein Satz kam, den ich verstehen konnte. Jedes neue Wort schien mit drei weiteren Fremdwörtern erklärt zu werden und mir fehlte die Zeit, jedes nachzuschlagen. Während ich bei den vorhergehenden Lektionen gute Erfahrungen damit gemacht hatte, statt mich auf jedes Wort zu konzentrieren, mein Bewusstsein „weit zu stellen“ und dem Gesamtzusammenhang zu folgen, was mich meist in einen leicht veränderten Bewusstseinszustand brachte, – kein unangenehmer Nebeneffekt, – waren hier die Lücken einfach zu groß.

Als schließlich die biologische Autopoiese nach Maturana und Varela vorgestellt wurde, die ich vor Jahren schon einmal ausführlich anhand von Büchern studiert hatte, verstand ich endlich, woran meine Schwierigkeiten lagen. Ich erinnerte mich vage an einige sehr griffige Beispiele, die mir damals das ganze Konzept verständlich gemacht hatten. Aber in der Vorstellung des Konzeptes innerhalb dieses Kurses kam kein einziges dieser Beispiele vor. Stattdessen wurde hier der Meta-Rahmen erklärt, das, was die Integrale Theorie zur Einordnung dieser Methode zu sagen hat, wo ihre Stärken und wo ihre Grenzen liegen. Und so wurde bei jeder der Methoden vorgegangen. Mal abgesehen von Sprachprobleme und dem Vorhandensein zu vieler Fremdwörter: Ohne ein mindestens Grundverständnis der Inhalte der einzelnen Methoden und Philosophien war der Versuch, diese wirklich zu verstehen, ein fast aussichtsloses Unterfangen. Umso froher war ich, dass bei den Kursaufgaben weiterhin die Strategie verfolgt wurde, uns mehr oder weniger ins kalte Wasser zu werfen. Dabei stellten wir meist erstaunt fest, dass das Schwimmen zwar noch nicht elegant aussah, wir es aber zumindest schafften, den Kopf über Wasser zu halten und dabei von den eigenen Fehlern und den Feedbacks zu lernen. Dadurch wurden auch Konzepte, die anfangs sehr abstrakt erschienen, greif- und anwendbar.

Und so nehme ich aus diesem zweiten Kurs vor allem zweierlei mit:
• einen Koffer voller Methoden, die in der Praxis anwendbar sind und noch der Übung bedürfen
• sowie eine lange Liste von Themen, mit denen ich mich in der Zukunft noch beschäftigen möchte

Über den Kurs hinaus ist eine Gruppe entstanden, die sich immer noch regelmäßig in einer geschlossenen, nicht offen sichtbaren Weise auf Facebook austauscht. Wer weiß, was noch daraus entsteht. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf den dritten Kurs… Inzwischen habe ich auch den Online Test des ersten Kurses absolviert (der Test des zweiten Kurses soll demnächst herauskommen). Es handelt sich um einen „Open Book Test“, das heißt, sämtliche Materialien können während des Testes verwendet werden. Er besteht aus drei Abschnitten mit jeweils 50 Fragen (Multiple Choice und Drag and Drop). Bei jedem Abschnitt müssen mindestens 85% richtig beantwortet werden, um zu bestehen. Der Test hat mich (und scheinbar auch die anderen, die ihn bisher gemacht haben) ungefähr 6 Stunden gekostet. Ich bestand auf Anhieb und habe hinterher gesagt, dass dies wohl der erste Test meines Lebens war, bei dem ich hinterher schlauer war als vorher. Meine Aufmerksamkeit wurde durch die Fragen auf Themen gelenkt, die mir beim ersten Durcharbeiten des Kurses einfach entgangen waren. Und die Fragen testeten nicht nur mein Wissen, sondern mein Verständnis der jeweiligen Konzepte.

Insgesamt möchte ich den Autoren und Dozenten des Kurses ein dickes Lob aussprechen. Ich hoffe, dass sie die Erfahrungen mit uns in weitere Kurse einfließen lassen werden. Ich würde die Kurse jederzeit wieder machen und kann es nur allen empfehlen, die über genügend Englisch-Kenntnisse verfügen, sowie über den Drang, ihr Verständnis der Integralen Theorie und Anwendung auf eine höhere Stufe zu heben.

projetzt: Für das JETZT

projetzt: Für das JETZT

JETZT ist die Zeit und der Ort, um glücklich zu SEIN und SCHRITTWEISE mit der Veränderung zu beginnen.

JETZT können wir AUFWACHEN und mit dem AUFWACHSEN beginnen, um unser Potenzial zu entfalten und unsere Gaben zum Wohle des Ganzen einzusetzen.

JETZT können wir mit unseren Altlasten aufräumen, Unterpersönlichkeiten integrieren und eingefahrene Muster loslassen.

JETZT können wir unsere Erkenntnisse umsetzen, in der Welt in Erscheinung treten und dabei weitere Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln.

Worauf warten wir noch? Wenn nicht JETZT, wann dann?

Wenn nicht wir, wer?

Wenn nicht hier, wo?